Mehrprodukt1

Mehr Güter und Leistungen bedingt die Lebensreproduktion. Einmal mehr zu „produzieren“ und zu konsumieren als bisher, wenn sie erweitert wird, wenn damit mehr Leben zu reproduzieren ist, reproduziert werden kann. Es ist also jeweils ein Mehr an Leben, ein dafür Mehr an Gütern und Leistungen als bisher. Es ist also ein Mehr als bisher.

 

Dieses Mehr an Gütern und Leistungen könnte als Wachstum der Wirtschaft verstanden und bezeichnet werden. Zum anderen bedingt aber die Lebensreproduktion auch, mehr Güter und Leistungen zu „produzieren“, welche zunächst nicht konsumiert werden (dürfen). Es sind Güter und Leistungen, mit denen die künftige Lebensreproduktion gesichert und mit denen Mittel und Bedingungen der Lebensreproduktion reproduziert werden (können). Es ist also kein Mehr als bisher, sondern ein (zeitweiliges) Mehr an „Produziertem“ gegenüber dem (zeitweiligem) Konsumiertem. Es ist kein Wachstum der Wirtschaft.

 

Die Lebensreproduktion bedingt also dieses unterschiedliches Mehr an Gütern und Leistungen. Es sind Güter und Leistungen, die dafür gebraucht werden, die diesen „Gebrauchswert“ der Lebensreproduktion haben. Die Lebensreproduktion bedingt dieses differenzierte Verstehen.

 

Mit einem in Geldmenge ausgedrückten „Wirtschaftswachstum“, zum Beispiel mit dem dafür verwendeten Indikator „Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP)“, kann dieses unterschiedliche Mehr an zu gebrauchenden Gütern und Leistungen der Lebensreproduktion nicht zum Ausdruck gebracht werden. Es ist ein dafür unbrauchbares Kriterium und unbrauchbar für eine differenzierte Darstellung.

 

Das durch die Lebensreproduktion bedingte unterschiedliche Mehr an zu gebrauchenden Gütern und Leistungen muss also in seiner historischen unterschiedlichen Bedeutung für die Lebensreproduktion differenziert, und nicht nur für Leistungen der Bodennutzung und deren Ergebnisse, verstanden und nicht nur festgestellt werden. Denn die Lebensreproduktion und insbesondere ihre Erweiterung bedingen, nicht nur mehr Güter und Leistungen zu „produzieren“, sondern die „Produktionsmittel“ und „Produktionsbedingungen“ des Lebens immer mehr zu reproduzieren, deren Reproduktion zu sichern und dafür auch ein Mehr an Gütern und Leistungen zu „produzieren“.

 

Davon hängt immer mehr ab das für die Erweiterung der Lebensreproduktion zu „produzierende“ Mehr an Gütern und Leistungen. Immer mehr Bedeutung hat das Mehr an Gütern und Leistungen für die Sicherung der Reproduktion des Lebens, seiner „Produktionsmittel“ und „Produktionsbedingungen“ erhalten.

 

Immer mehr Bedeutung dafür hat der Zusammenhang von Sicherung der Lebensreproduktion und ihrer Erweiterung erhalten. Ein Mehr an Gütern und Leistungen für eine Erweiterung der Lebensreproduktion wird zunehmend begrenzt durch das Mehr für die Sicherung der Lebensreproduktion, für die Sicherung der Reproduzierbarkeit und Reproduktion der „Produktionsmittel“ und „Produktionsbedingungen“ des Lebens.

—————————————————————
Fussnoten:
1 Diskussionsbeitrag in Wikipedia 09.02.2011

Hinterlasse eine Antwort

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.